Seit etwa einem Monat bin ich nun Besitzer einer Canon PowerShot S95 und kann nun ein erstes Fazit über die Vor- und Nachteile der Kamera und nützliches Zubehör schreiben.
Die S95 ersetzt meine alte in die Jahre gekommene Sony DSC-T9, mit der ich eigentlich immer sehr zufrieden war. Das Sony Modell ist etwas kleiner und handlicher und liegt besser in der Hand als die – für eine Kompaktkamera – relativ grosse S95. Grund für die Neuanschaffung war übrigens eine kaputte Führungsschiene des Objektivs der Sony Kamera.
Praktisch bei der DSC-T9 fand ich die Möglichkeit die Objektivklappe einfach nach unten zu ziehen und sofort fotografieren zu können. Die S95 schaltet man klassisch mit einem Kopf an der Oberseite an. Das Objektiv öffnet sich daraufhin und fährt aus. Die Wartezeit bis abgedrückt werden kann ist bei beiden Kameras etwa gleich schnell, allerdings kann man mit der Sony weitaus „unauffälliger“ Fotos machen, weil die „Fotografiebereite Status“ bei der Kamera schwer erkennbar ist.
Der Blitz wird bei der S95 bei Bedarf automatisch ausgefahren, das heisst, dass der Blitz etwa dort, wo beim beidhändigen Fotografieren linker Zeige- und Mittelfinger sind, ausgefahren wird und die Finger richtig hochgeschoben werden. Ein gewöhnungsbedürftiges Verhalten.
Die S95 hat am Objektiv einen Ring, mit dessen Drehung man je nach Modus verschiedene Einstellungen treffen kann. Der Modus wird klassisch über ein kleines Drehrädchen an der Oberseite der Kamera eingestellt. Im Auto-Modus kann man durch Drehen des Rings den Zoomfaktor bestimmen. Das klingt zwar recht intuitiv, aber die Zoomstufen sind diskret voreingestellt (28mm, 35mm, 50mm, 85mm und 105mm) und reagieren auf das Drehen am Ring eher träge. Man kann aber auch mit einer Art Kippschalter auf der Oberseite mit dem rechten Zeigefinger zoomen, was ich persönlich angenehmer finde.
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass die Sony T9 im Gegensatz zur S95 stufenlos zoomen konnte.
Bei der Sony hatte ich mir angewöhnt, dass ich nach einem Foto mit maximaler Zoomstufe einmal den Schieber rauf (Kamera aus) und dann wieder runter (Kamera an) schob. Nebeneffekt war, dass die Zoomstufe wieder auf den minimalen Zoom zurückgestellt war. Die S95 merkt sich die Zoomstufe beim Ausschalten und stellt den Zoomfaktor beim erneuten Einschalten wieder her. Ich habe mich noch nicht daran gewöhnt.
Über die Bildqualität brauche ich nicht viel zu sagen: Für eine Kompaktkamera macht die S95 super Fotos, das Objektiv ist wesentlich grösser als das der T9, der Sensor ist mit 10MP ebenfalls leistungsfähiger als der 6MP Sensor der Sony. Die Sony war eine der ersten Kompaktkameras mit optischem Bildstabilisator, die S95 hat dieses – vermutlich mittlerweile weiterentwickelte – Feature auch. Ich persönlich kann in der Schärfe der Bilder kaum Unterschiede erkennen.
Die Fotos in diesem (draussen) und diesem (innen) Beitrag sind mit der S95 gemacht worden.
Die Canon Kamera hat – wie alle Canon Kameras – keinen USB-Modus für die Verbindung mit dem PC oder Mac. Das heisst, dass die Fotos nicht im Arbeitsplatz/Finder/… erscheinen, wenn man die S95 via USB anschliesst. Auf meinem OSX öffnet sich automatisch iPhoto und fragt ob ich die Bilder importieren will. Ich bin aber kein grosser Freund von solchen Programmen, ich verwalte meine Fotos lieber manuell im Dateisystem. Ich musste mir daher einen USB-SD-Cardreader kaufen (schade, dass das 11 Zoll MacBook Air keinen SD-Kartenleser hat). Ich habe mich – ohne viel Research zu betreiben – für den Kingston MobileLite G2 entschieden und es bisher nicht bereut.
Womit wir auch schon zum Zubehör kommen: Der am meisten gelittene Teil der Sony Kamera war das Display. Natürlich hat sie im Laufe der Zeit auch Absplitterungen am schwarzen Lack bekommen und gegen Ende sind einige der Schrauben rausgegangen und wenn man meine T9 falsch drückt, dann geht das Gehäuse einen Spalt auf und man kann in das Innere sehen. Aber das Display ist – mangels optischem Sucher, der scheinbar aus der Mode gekommen ist – der wichtigste Teil des Foto-mach-Prozess und es hatte leider schon recht früh einige Kratzer und Abschürfungen.
Um das bei der S95 zu verhindern habe ich mir eine Schutzfolie gekauft. Meine erste Wahl wäre das ZAGG Invisible Shield gewesen, denn mit dem Invisible Shield habe ich schon auf meinem Nokia E52 sehr gute Erfahrungen gemacht. Leider war das Modell für die S95 zu dem Zeitpunkt ausverkauft und ich wollte nicht warten (weil der Paris Urlaub auch nicht warten wollte).
Aus dem Grund habe ich mich für das nächstbeste Produkt entschieden: TrueVue Crystal Clear Digital Camera Screen Protector. Die Folie ist einfach anzubringen und tut bis jetzt ihren Dienst, allerdings beginnt sie sich an einer Ecke bereits abzulösen. Der Grund kann natürlich auch in meiner ungeschickten Handhabung liegen. Abgesehen von dem Miniproblem im Eck ist die Folie perfekt: Passgenau, keine Bläschen und wenn man nicht weiss, dass eine Folie drauf ist, dann bemerkt man sie nicht. Die Farben des Displays sind auch durch die Schutzfolie brilliant.
Was mich ein wenig wundert: Warum baut kein Hersteller Kameras mit einem kleinen – ca. 2 mm hohen – Steg um das Display herum, so dass man die Kamera mit dem Display nach unten auf eine raue Oberfläche legen kann, ohne dass das Display zerkratzt?
Als letztes Zubehör wollte ich mir noch eine kleine Tasche für die S95 kaufen. Ich konnte mich aber nicht zwischen dem CaseCrown Hard Cover Foam Padded Camera Case und dem rooCASE Neoprene Sleeve Carrying Case entscheiden, also habe ich beide gekauft.
Das CaseCrown Produkt ist relativ gross und stabil und hat keine Gürtelschlaufe um das Case am Gürtel zu montieren. Die PowerShot S95 passt fast perfekt in die Tasche und die Handschlaufe kann – da der Reissverschluss zwei Zips hat – herausschauen. Auf der Rückseite ist ein kleiner Karabinerhaken montiert. Den kann man wohl dazu verwenden die Tasche an Jacke oder Rucksack anzuhängen, allerdings erscheint mir das nicht sehr praktisch.
Ich habe die CaseCrown Tasche bisher nur in Koffer oder Rucksack zum Transport verwendet. Für den allzeit-bereit-fürs-Foto-Modus ist sie mir zu sperrig.
die rooCASE Neoprentasche bietet weniger Schutz als das CaseCrown Case, gefällt mir aber vom Material und Handhabung besser. Eigentlich ist das rooCASE Produkt kein „case“ im eigentlichen Sinn, denn das Neopren ist flexibel und weich. Das rooCase hat auch keine Gürtelschlaufe. Die S95 passt auch hier perfekt, allerdings gibt es – da es hier nur einen Zip gibt – nur eine Lage, in der die Kamera mit herauschauender Trageschlaufe in die Tasche passt. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die Tasche hat auch noch eine eigene Trageschlaufe, die ich aber entfernt habe. Ansonsten gibt es keine Möglichkeit die Tasche an Kleidung oder Rucksack zu befestigen.
Mit beiden Cases bin ich noch nicht zu 100% zufrieden – beide haben ihre Vor- und Nachteile, aber mit keiner fühle ich mich richtig wohl. Die alte no-NameHama Tasche war zusammen mit der Sony DSC-T9 ein besseres Team als die S95 und das CaseCrown oder das rooCASE. Aber vielleicht läuft mir die perfekte Tasche für die S95 ja noch über den Weg.
Die Fotos sind alle mit der Canon PowerShot S95 gemacht:
PS: Kann mir jemand sagen wie ich unter OSX verhindern kann, dass sich iPhoto automatisch öffnet, wenn ich die SD-Karte via Cardreader einstecke?





