RSS
 

10. Zurich Film Festival – 2

04 Okt

Vonarstræti: Der Film erzählt die Geschichte dreier Menschen aus Reykjavík, deren Lebenswege sich kreuzen und beeinflussen. Jeder von ihnen hat seine eigenen Probleme, die doch mit den Problemen der Mitprotagonisten zusammenhängen. Der Regisseur schafft es erschreckend gut den Zuseher in den Bann zu ziehen und ihn eine Empathie für die 3 Hauptdarsteller entwickeln zu lassen. Der Film wurde auf isländisch mit Untertiteln gezeigt und ich glaube, dass man den Film nur sehr schwer in eine andere Sprache synchronisieren kann. Zu viel würde durch den Wegfall der isländischen Sprache verloren gehen.
Leider war im Anschluss kein Mitglied der Filmcrew anwesend.

5 von 5 Punkten.

Fandry: „Fandry“ heisst auf Marathi „Schwein“. Die Dalits – das ist die unterste Kaste der indischen Gesellschaft – werden vom Dorf nur für das Entfernen der unreinen Wildschweine aus der Dorfumgebung geduldet. Denn wer ein Schwein berührt wird selbst unrein. Jabya, ein junger Dalit, verliebt sich in ein Mädchen einer höheren Kaste. Was sich nun wie die Anbahnung einer romantischen Liebesgeschichte mit Happy End anhört, entwickelt sich zu einer einseitigen (das Mädchen hat nicht mehr als 3 Sätze während des ganzen Films gesprochen) Stalker-Geschichte. Der grösste Teil des Films besteht aus Filmmaterial der Jagd auf eine schwarze Schwalbe (deren Federn eine wichtige Zutat für einen Liebestrunk sind) und der – absurd langwierigen – Verjagung von (nur durchschnittlich Computer-generierten animierten) Wildschweinen aus dem Dorf.
Einzig durch die Darstellung der indischen ländlichen Armut (im Gegensatz zu I.D.) hat den Fim für mich Allgemeinbildungswert.

2 von 5 Punkten.

Nightcrawler: Jake Gyllenhaal konnte leider nicht persönlich anwesend sein, stattdessen hat er einen Videogruss via Kinoleinwand übermitteln lassen.
„Nightcrawler“ protraitiert die Geschichte eines arbeitslosen Bewohners von Los Angeles, der durch Zufall erfährt wie viel Geld sich über das Filmen von Unfällen und den Folgen von Verbrechen machen lässt. Er besorgt sich eine Videokamera und beginnt gefilmtes Material an eine News-Anstalt zu verkaufen. Mit der Zeit wird sein Equipment professioneller und seine Methoden perfider: Er arrangiert Unfallopfer so, dass seine Fotos noch sensationeller und angsteinflössender sind. Als er eines Tages ein Verbrechen „live“ erlebt ohne einzuschreiten oder es zu verhindern, hat er die Grenze überschritten und es kommt zu einem grossartigen Finale.
Im Anschluss war Rene Russo, die den Kontakt in der News-Anstalt spielt, und ihr Mann Dan Gilroy, der Regisseur des Films, answesend und haben ein paar eher lustlose Fragen der Moderatorin beantwortet.

5 von 5 Punkten.

Soodhu Kavvum: Vier zufällig zusammengewürfelte Südinder steigen in das Kidnapping-Business ein. Der Film ist als Komödie ausgelegt und dementsprechend gibt es viele Slapstickeinlagen und – wohl für das indische Kino typische, aber den europäischen Cineasten ungewohnte – extrem übertriebene Szenen: Superzeitlupe, mehrere Musikvideo-artige Einlagen mit einer Mischung aus Bollywood Tanz und amerikanischem Rap-Video (siehe Youtube) und extrem überzeichnete Charaktere. Gegen Ende entwickelt sich der Film mehr zu einer Action-Komödie mit gefühlten 100 lustigen und absurden Plottwists.
Wenn man sich auf diese Art des Kinos einlassen kann, dann wird man mit einer Mischung aus WTF und LOL zufrieden nach Hause gehen.
Der Film ist übrigens komplett und in HD auf Youtube verfügbar.

4 von 5 Punkten.

 

 

 

 

 
 

Kommentare