Spieltrieb: Der Roman von Juli Zeh zählt zu meinen Lieblingsbüchern und dementsprechend gespannt war ich auf die filmische Umsetzung von Gregor Schnitzler. Vielleicht lag es daran, dass ich die Handlung schon kannte oder auch an meinen hohen Erwartungen, aber der Film hat mich nicht überzeugt. Abgesehen vom ersten Drittel, in dem dem Regisseur eine recht gute Einführung in die (Gedanken-)Welt des weiblichen Hauptcharakters Ada Fischer gelungen ist, wirkte der Film – auf mich – an vielen Stellen zu hastig. Die Entwicklung von Ada und Alev ging mir zu rasch.
Im Anschluss waren der Regisseur sowie die Hauptdarsteller Michelle Barthel und Jannik Schümann anwesend. Die Q&A war ernüchternd. Michelle Barthel ist in natura recht schüchtern und ihr mit gekreuzten Beinen da stehen zusammen mit ihrem kindlichen Lachen bei ernsten Fragen machte die Illusion der starken Ada Fischer zunichte.
2 von 5 Punkten.
Puppy Love: Ein Film über zwei Mädchen, die zusammen – und doch jedes für sich – die Sexualität entdecken. Spannend diesen Lebensabschnitt aus der Sicht der weiblichen Seite zu sehen. Der Ausdruck „puppy love“ wird bei Wikipedia recht treffend definiert.
3 von 5 Punkten.
Am Hang: Zwei Männer führen (fast) einen ganzen Film lang Dialog und nach und nach bekommt der Zuseher mit, dass sie über die gleiche Frau sprechen. Als dann auch der ältere Protagonist – der gehörnte Ehemann – die Situation realisiert spitzt sich diese zu und kommt zu einem überraschenden Ende. Trotzdem die erzählte Geschichte vordergründig nicht viel hergibt ist der Film sehr intensiv. Das liegt zum einen an den grossartig spielenden Schauspielern als auch der Art und Weise, wie der Regisseur den Zuseher die Puzzlestücke der Dreiecksbeziehung mit der Zeit selbst zusammensetzen lässt.
4 von 5 Punkten.