Seit einiger ZeitEwigkeiten liegt eine 128GB Kingston SSDNow V+ bei mir am Schreibtisch und fast ebensolange schiebe ich eine Ubuntu Installation auf der Platte vor mir her. Das liegt hauptsächlich daran, dass das MacBook Air meine Computerbedürfnisse mittlerweile komplett abdeckt. Einzig für grafische Arbeiten ist mir der Bildschirm zu klein und das Trackpad zu unpraktisch.
Aber nun, da ich durch das Knie in meiner Bewegungsfreiheit recht eingeschränkt bin und Fernsehen ja doch nur verblödet, habe ich mich – zwischen meinen Physiotherapieübungen – wieder dem Projekt gewidmet.
Im Juni bin ich daran gescheitert, dass der Grafikkarten Treiber für meine ansich recht gewöhnliche HIS Radeon HD 3870 von Ubuntu 11.04 Natty Narwhal nicht nativ unterstützt wird. Dadurch kann ich nicht ohne weiteres die Live-CD Variante verwenden, weil das System nach der Auswahl im GRUB Bootloader abstürzt.
Mit dem 11.10 beta 2 Alternate ISO (ubuntu-11.10-beta2-alternate-amd64.iso) ausgestattet habe ich nun einen neuen Versuch gestartet:
Wenn ich die SSD via SATA1 anschliesse und mittels USB Stick die Installation starte, dann wird – obwohl sie im BIOS richtig angezeigt wird – die SSD vom Installer nicht erkannt. Zum Glück war im Lieferumfang auch ein USB-Gehäuse, denn wenn ich die SSD via USB anhänge, dann wird sie von der Installationsroutine erkannt.
Ziemlich am Ende der Installation kommt die Frage, ob der GRUB Boot Loader in den Master Boot Record der ersten Festplatte geschrieben werden soll. Die erste Festplatte (SDA) ist in diesem Fall der Installations-USB Stick, der soll natürlich keinen Master Boot Record Eintrag bekommen. Stattdessen wählt man die Option „<no>“ und gibt im folgenden Dialog „/dev/sdb“ ein.
Danach schliesst sich die Installation ab. Vor dem darauffolgenden Neustart habe ich den USB Stick entfernt, die SSD am ersten SATA Port angeschlossen und im BIOS die Boot-Reihenfolge wieder so eingestellt, dass die SSD als erstes berücksichtigt wird.
Wie erwähnt muss nun noch der Grafikkartentreiber für die HD 3870 installiert werden, denn wenn nach dem Neustart im GRUB die oberste Option gewählt wird stürzt das System – wie bei der Live-CD – ab.
Also wird im GRUB der „recovery mode“ gewählt und – nachdem das System geladen wurde – im Recovery Menu die option „remount„. Dies ist nötig um ein beschreibbares System zu erhalten. Als nächstes wählt man „netroot Drop to root shell prompt with networking“ und befindet sich damit endlich auf einem brauchbaren Terminal.
Im nächsten Schritt muss der proprietäre ATI Grafikkartentreiber von der ATI Website heruntergeladen werden. Ich war bequem und habe den Treiber auf einem anderen Ubuntusystem via Browser heruntergeladen und vor dem Umstecken der SSD von USB auf SATA via USB auf die SSD kopiert. Der geneigte Benutzer kann natürlich auch wget verwenden.
Danach kann man im entsprechenden Verzeichnis „sh ati-driver-installer-11-8-x86.x86_64.run“ aufrufen. Bei mir hat es genügt die Option „1)“ zu wählen und so den Treiber zu installieren. Danach muss das System wieder neugestartet werden (reboot).
Nun stürzt das System nicht mehr ab, wenn man im GRUB die erste Option wählt. Allerdings sieht das System nach der Login-Maske unvollständig aus. Es fehlte zum Beispiel die Launchbar am linken Rand und das persönliche Menü in der Leiste oben rechts. Ohne diese beiden Elemente kann man nicht viel machen und ich war schon recht enttäuscht.
Durch folgenden Trick kommt man in die System Settings: Rechtsklick auf den Desktop → Change Desktop Background. Im darauffolgenden Dialog kann man links oben auf All Settings klicken. Dort habe ich dann Additional Drivers gewählt und von den zwei verfügbaren Treibern den ATI/AMD proprietary FGLRX graphics driver gewählt. Nachdem dieser heruntergeladen und installiert war, war nur noch ein Neustart nötig.
Den kann erreichen indem man via STRG+ALT+F2 ins Terminal wechselt und dort – nach einem Login – „sudo reboot“ eingibt.
Nach dem Neustart hatte ich auf meiner SSD ein vollständiges Ubuntu 11.10 Beta 2 (inklusive Launchbar links und persönlichem Menü rechts oben).